Können nur staatliche Glücksspielanbieter Spielerschutz gewährleisten?

Zumindest behaupten dies jetzt die Behörden des Landes NRW in Bezug auf die starken Verluste bei “Westspiel”.  Zuletzt hatte es diesbezüglich Aufregung über den Verkauf zweier wertvoller Warhol-Bilder gegeben.

(…) Walter-Borjans erinnerte daran, dass das Land per Staatsvertrag den Auftrag habe, etwas gegen Spielsucht zu tun. Die landeseigenen Casinos seien in dieser Hinsicht erfolgreich. Bei einem Verkauf würde dem Land der gesellschaftliche Auftrag “aus der Hand genommen”. Die NRW-Bank, formell Eigentümer von Westspiel, teilte dem WDR mit, es sei der ordnungspolitische Auftrag von Westspiel, ein verantwortungsvolles, den Zielsetzungen des Glücksspielstaatsvertrags entsprechendes Angebot bereitzustellen. “Es ist fraglich, ob ein privater Anbieter das gewährleisten könnte.” (…) [wdr.de]

Auf die Frage ob nur staatliche Anbieter den wichtigen Spielerschutz gewährleisten können, sollte man zunächst erstmal hinterfragen, ob bei rund 600.000 Spielsüchtigen in Deutschland bisher überhaupt von staatlicher Seite genügend gegen die wachsende Spielsucht unternommen wurde? Und auch staatliche Anbieter arbeiten ja fiskalisch gesehen als GmbH, wo Geld verdienen im Vordergrund steht. Dieses fadenscheinige Argument sollte man also schnell vergessen. Aber auch sonst scheint diese staatliche “Firma” alles andere als seriös zu arbeiten, wie man bei Wikipedia nachlesen kann.

Westspiel immer wieder in der Kritik

1998 wurden Manipulationen beim Zählen des Geldes in der Spielbank Bad Oeynhausen aufgedeckt. Neben Mitarbeitern der Spielbank sollen auch Finanzbeamte involviert gewesen sein. In dem Zusammenhang forderte die WestSpiel von den Beschuldigten 1,9 Millionen DM als Schadensersatz. nfang der 2000er Jahre wurde WestSpiel von spielsüchtigen Besuchern auf Schadensersatz verklagt, weil das Unternehmen seiner Zugangskontrollpflichten nicht nachgekommen sei. Die Besucher hatten zu ihrem eigenen Schutz eine Selbstsperre für Spielbanken beantragt. Im Zusammenhang mit der Umstrukturierung von WestSpiel im Jahr 2010 sollen Betriebsräte von WestSpiel „gekauft“ worden sein. Zuletzt hatte es diesbezüglich Aufregung über den Verkauf zweier wertvoller Warhol-Bilder gegeben.