Dokumentation aus der Spielhalle

Geld verdienen mit Spielautomaten? Geht das? Zumindest wird das in dieser Doku teilweise zu Beginn suggeriert. Leute, die statt arbeiten gehen, ihre Kohle in den Spielhallen verdienen. Aber die meisten verlieren eben – das wird auch gezeigt. Spielsucht hat die höchste Selbstmordrate. Und so nimmt das Drama ähnlich wie jede Spieler-Karriere ihren Lauf.

Zu Anfang gewinnt man einen größeren Betrag, doch dann kommen die schlechten Zeiten. Hin und wieder gibt es Zwischengewinne mit trotzdem negativem Saldo. Und dann, wenn du so richtig tief in der Scheiße steckst, wirst du gemolken wie das wiederkäuende  Vieh auf der Weide.

Video: Automaten Life – Spielos essen Seelen auf I Y-Kollektiv Dokumentation

*100 Euro in gut 20 Minuten verballern. Klingt scheiße, aber für einen Spielsüchtigen ist das gar nichts! Trotzdem: Spielotheken sind Szene, Hip-Hop und Migrantenkultur. Wer sich in Spielos rumtreibt hat meistens eh nicht viel Geld. Auch vor dem Spielen schon nicht. Spielotheken sind fast immer in den Stadtteilen zu finden wo viele Lohnarbeiter, Zeitarbeiter oder Arbeitslose Hoffnungslose wohnen. Die Automatenaufsteller locken mit Gewinnen und die Verluste tragen die Spieler. MZA und andere Youtuber brüsten sich trotzdem mit ihren Gewinnen. Aber am Ende verlieren sie alle. Can Mansuroglu und Imke Hansen lassen sich treiben, gamblen mit. 250 Euro Einsatz ist das selbst gesetzte Limit. Gewinnen oder Verlieren. Alles oder nichts. Limit über Bord oder echt dran halten?

Nicht ganz schlecht gemacht diese Amateur Produktion. An dem eigentlichem Problem wird sie allerdings auch nichts ändern, denn das ist ja so gewollt – Politik. Denn auch Vater Staat verdient kräftig mit an den ganzen Schicksalen. Und dabei sollen Spielhallen ja gar kein Glücksspiel darstellen – eher Hobby bzw. Freizeitbeschäftigung mit Gewinnmöglichkeit. Und das große Geld wird ohnehin in den staatlichen Spielbanken verzockt.