Retroartikel: Die Spielerkarte

Spielerschutz: Die Spielerkarte?

Die Automatenindustrie hat gerade beschlossen, noch mehr gegen die Spielsucht zu tun.  Man will nun eine sogenannte „Spielerkarte“ einführen. Es ist eine Art Mischung aus Personalausweis und Kreditkarte. Der Spieler bekommt sie an der Theke der Spielothek ausgehändigt und hat ein festgelegtes Maximalguthaben. Der Spielautomat reagiert nur bei eingesteckter Karte. Mit dieser Karte soll ein gleichzeitiges Spielen an mehreren Automaten verhindert werden.

Suchtforscher halten nicht viel von der Idee. „Sie öffnet dem Missbrauch Tür und Tor. Wenn die Karte etabliert wird, dann geht der Spieler einfach von einer Halle zur nächsten“, sagt Gerhard Meyer (58) von der Fachstelle Glücksspielsucht an der Uni Bremen. „Oder es wird ihm direkt unter dem Tresen eine neue Karte verkauft, wenn das Guthaben aufgebraucht ist.“

Auf der Spielerkarte sollen dann Höchstverlustgrenzen für jeden Spieler gespeichert seien und jeder Spieler muss so eine Karte erwerben, bevor er zu spielen beginne. Zudem müssten Spielhallenbetreiber nachweisen, dass sie in der Lage seien, problematische und pathologische Spieler zu erkennen und ihnen Hilfsmöglichkeiten zu eröffnen.

Mal abgesehen von der fehlenden Anonymität mit so einer Karte, ist es sicherlich auch mit dem Datenschutz nicht weit her. Jeder, der so eine Karte einmal registriert wird in einer Datenbank verwaltet. Das möchte natürlich niemand. Von daher ist die Spielerkarte für mich schon im Vorfeld gestorben, bevor man sie erst einführt.

» by admin on 12/21/2010

3 Gedanken zu „Retroartikel: Die Spielerkarte“

  1. „Mal abgesehen von der fehlenden Anonymität mit so einer Karte, ist es sicherlich auch mit dem Datenschutz nicht weit her. Jeder, der so eine Karte einmal registriert wird in einer Datenbank verwaltet. Das möchte natürlich niemand. Von daher ist die Spielerkarte für mich schon im Vorfeld gestorben, bevor man sie erst einführt.“

    Dem kann ich nur zustimmen!

    Genauso so unmöglich finde ich die Diskussionen darum, künftig das Bargeld abzuschaffen, so dass jeder Bürger nur noch mit Karte zahlen kann!!! Wenn das konkret werden sollte, gehe ich auf die Barrikaden und würde diesbezüglich für einen Bürgerentscheid plädieren. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der Bürger für eine Abschaffung des Bargeldes steht!

    Ich vermeide auch grundsätzlich diesen ganzen „Bonus-Quatsch“ mit irgendwelchen Karten bei Geschäften, Kaufhäusern etc.
    Das ist eh alles nur Augenwischerei – Sonderangebote kann man heutzutage jederzeit und überall auch ohne irgendwelche Bonuskarten kaufen.

    Diese ganzen Karten dienen nur einem Zweck, den Bürger noch gläserner zu machen, bzw. an seine persönlichen Daten zu kommen. Sei es nun Einkaufsgewohnheiten auszuspionieren oder wie in diesem Fall „Spielverhalten!“

    So werden die Bürger immer mehr und mehr „unmündiger“ gemacht!

    Eine Einschränkung folgt der anderen!

    Beispiel:

    – erst Rauchverbot in Kneipen und Restaurants etc. etc.
    – dann Rauchverbot in Mietwohnungen
    – dann Rauchverbot auf Balkonen von Mietwohnungen
    – dann Rauchverbot bis 200 m vor der eigenen Haustür

    usw. usw. usw.

  2. Ja wenn die Bürger nicht aufpassen, werden wir mehr und mehr endmündigt. Alles soll möglichst unter staatliche Kontrolle. Das gab es schon mal in der DDR – funktioniert hat das auch nicht. Kein Wunder, dass die Menschen gerade in Ostdeutschland wieder auf die Straße gehen. Denn diese Bürger haben den linken Überwachungs, – und Bevormundungsstaat schon mal erlebt…

  3. Man sollte derartig staatliche Kontrollversuche einfach nicht akzeptieren und den Vorstadtbürokraten sagen: bis hierher und nicht weiter. Man muss sich nicht jeden Schwachsinn von diesem Bürokratenirrsinn gefallen lassen. Letztlich entscheidet der Bürger und nicht ein paar Affen!

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