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Kategorie: Lottoland

Lottoland Stiftung – Antwort auf staatliche Heuchelei?

Lottoland Stiftung mit „gemeinnützigen Zwecken“

Das staatliche Lotto bekommt von den privaten Lotto-Anbietern erneut frischen Gegenwind. So hat nun auch Lottoland ( Sitz Gibraltar) eine eigene Stiftung gegründet, welche den Sport zukünftig hierzulande fördern soll. Bisher war dies einer der Hauptgründe der deutschen Lotto-fürsten, dass Lotto spielen fest in der Hand des staatlichen Monopols liegen sollte.

Nun scheint aber auch das letzte große Argument flöten zu gehen. Denn was Lotto kann, können private Lotto-Vermittler schon längst, und noch dazu meist besser bzw. professioneller:

(…) Die Lottoland Stiftung mit Sitz in Hamburg verfolgt gemeinnützige Zwecke zur Förderung des Sports von behinderten und nichtbehinderten Menschen. Zusätzlich werden gemeinnützige Projekte verwirklicht, die der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Intentionen dienen. Gefördert werden vorrangig Projekte im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz).

Darüber hinaus können grundsätzlich auch Projekte in anderen Ländern gefördert werden. Menschen mit Behinderung haben oftmals zu wenig Möglichkeiten, ihre sportliche Begabung und das damit verbundene Potenzial voll zu entfalten. Die Lottoland Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, bei dieser Aufbauarbeit unterstützend zu helfen. Sportbegeisterte Menschen und jene mit Behinderung sollen mit Hilfe der Lottoland Stiftung ihre sportlichen Träume voll entfalten können (…) [lottolandstiftung.de]

Chris Tarrant Phooto

Phooto at English Wikipedia [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Die Zukunft des Lotto: 

Die Zukunft des Lotto liegt ganz klar im Internet. Durch die allgemein verbreitete Nutzung des Internets und durch den alltäglichen Umgang mit vielen Anwendungen wird auch das Online-Lottospielen immer verbreiteter. Die hohe Attraktivität der ausländischen Lottoangebote, im Gegensatz zu den öffentlichen, staatlichen Angeboten, hat dazu geführt, dass immer mehr junge Lottospieler, also die zukünftige Generation, zunehmend im Internet spielen und damit den öffentlichen Anbietern den Rücken zukehren werden. Der regulierte Markt profitiert derzeit noch von so genannten Lock-In-Effekten, die ältere Spieler davon abhalten, zu den privaten Anbietern zu wechseln. Stirbt diese Generation aus, stirbt auch das herkömmliche Lotto. Portale wie Lottoland gehören dann sicherlich zu den Marktführern.

Der Lotto Putsch

Lotto ist ein aussterbender Dinosaurier


Zumindest das staatliche Lotto bekommt den Druck der privaten europäischen Konkurrenz massiv zu spüren. Wie so oft hat man in Deutschland die Entwicklung im digitalen Bereich verschlafen und zu lange auf das staatliche Monopol gesetzt. Dieses wurde allerdings im vergangenem Jahr bereits zum dritten Mal gekippt und nun läuft die Entwicklung komplett aus dem Ruder. So berichtet die Süddeutsche:

(…) Mit Wetten auf die Ziehungen der größten Lotterien der Welt schaffte Lottoland im vergangenen Jahr 300 Millionen Euro Umsatz, doppelt so viel wie im Jahr zuvor, bislang jedes Jahr Faktor zwei. Lottoland verspricht seinen Spielern die gleichen Jackpots, das Angebot ist ein Lotto-Derivat, eine Kopie der Originale. In Deutschland wirbt die Firma aggressiv im Privatfernsehen. „Der Markt ist riesig“, sagt Bravo, weltweit etwa 300 Milliarden Euro schwer. Allein in Deutschland spielen 17 Millionen Menschen pro Woche Lotto.

Die Umsätze der staatlichen deutschen Lottogesellschaften steigen allerdings kaum noch. Sie werfen Lottoland vor, Verbraucher zu täuschen und den Staat um Einnahmen zu bringen: Während das Staatslotto fast 40 Prozent seiner Einnahmen an Staat und Gemeinnutz weitergibt, durch Steuern und Stiftungsgelder, behält Lottoland fast alles, was die Spieler nicht gewinnen und zahlt in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen keine Steuern. Lottoland hat weder eine Lizenz noch die Chance, eine zu erhalten – aber der Staat tut sich schon lange schwer damit, etwas gegen das Internet-Geschäft ausländischer Glücksspielfirmen auszurichten (…)[sueddeutsche.de]

Gibraltar Border

By Arne Koehler [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Doch nicht nur Lottoland bedroht die deftigen Pensionen und hohen Einkünfte der staatlichen Lottofürsten. denn es brennt an allen Ecken von Sportwetten bis hin zu Online Casinos. Der deutsche Spieler sitzt längst nicht mehr brav Samstag Abend vor dem Fernseher und wartet auf die altmodische Ziehung unserer hoch bezahlten Lottofee. In Online Portalen wird nun täglich Glücksspiel angeboten, rund um die Uhr – auch Lotto im Minutentakt. Da bleibt am Ende deutlich weniger für das traditionelle Lotto samt seinen Bediensteten.

Lottoland – Private Lotterie Deutschland

Lottoland will bei Lizenzverweigerung klagen

…und Lottoland wird auch am Ende recht bekommen. Zunächst wird man zwar von den Verwaltungsgerichten nichts anderes als die kalte Schulter sehen. So stehen diese Richter doch auf der Gehaltsliste der jeweiligen Bundesländer. Ist das etwa Befangenheit? Sei es drum , denn in letzter Instanz wird man vor dem EuGH den Sieg erringen. Denn an der europäischen Dienstleistungsfreiheit geht kein Weg vorbei. Und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

So berichtet in diesem Zusammenhang die Süddeutsche Zeitung:

(…) Das Unternehmen habe in Bayern, Niedersachsen und im Saarland Anträge auf Veranstaltung von Primärlotterien beantragt, schreibt es in einer Mitteilung. Das Prinzip solle dem gewöhnlichen 6 aus 49 ähneln und 23 Prozent der Einnahmen gemeinnützigen Zwecken zugutekommen. Hanebüchen ist das deshalb, weil es für solche Erlaubnisse keine Rechtsgrundlage gibt. Das Gesetz zementiert das Staatsmonopol: Private Anbieter von Lotterien mit sehr hohen Gewinnsummen haben in Deutschland keine Chance.

Die Anwälte von Lottoland wissen das, hinter ihrem Angriff steckt Kalkül: Die Innenministerien der drei Länder werden die Anträge ablehnen – und gegen die Ablehnungsbescheide wird Lottoland klagen. Damit dürfte erstmals das Lotteriemonopol als solches zum jahrelangen Streitgegenstand vor Verwaltungsgerichten werden. „Auf diese Weise werden wir klären“, schreiben Anwälte der Münchner Kanzlei Hambach & Hambach in einer Erklärung, „ob sich das Lotteriemonopol … tatsächlich rechtfertigen lässt (…) [sueddeutsche.de]

Lottoland

By Iamhere (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Lottoland setzt auf die europäische Dienstleistungsfreiheit, welche klar geregelt ist: 

Die Dienstleistungsfreiheit ermöglicht Anbietern gewerblicher, kaufmännischer, handwerklicher und freiberuflicher Tätigkeiten den freien Zugang zu den Dienstleistungsmärkten aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Sie ist in Art. 56 bis Art. 62 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV) geregelt. Auf die Dienstleistungsfreiheit können sich Staatsangehörige eines Mitgliedstaat berufen.

Der EuGH hatte zuletzt in seinem Urteil klar festgestellt, dass der deutsche Glücksspielstaatsvertrag rechtswidrig ist, da das staatliche Monopol weiter bestehe. Und auch die jüngste Reform hat leider keinerlei Fortschritte gebracht.

Lottogewinn von 14 Millionen bei Lottoland

Lotto Millionär mit Lottoland

Ein Chemnitzer gewinnt 14 Millionen im Lotto, nicht bei Sachsenlotto sondern bei Lottoland. So weit so gut, denn für die staatliche Lottogeselllschaft ist dieser Umstand vermeintlich illegal. Sie halten trotz für ungültig erklärten Glücksspielstaatsvertrag durch den EugH an ihrem Anspruch fest.

(…) Doch das Modell von Lottoland ist umstritten. „Die Lottoland Ltd. aus Gibraltar verfügt nicht über die notwendige deutsche Genehmigung, Lotterien wie beispielsweise Lotto 6aus49 in Deutschland online zu vermarkten“, erklärte Siegfried Schenek, Geschäftsführer der Sächsischen Lotto-GmbH (Sachsenlotto) als Reaktion auf den angeblichen 14-Millionen-Gewinn. Es handele sich außerdem um eine „Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel, die einen Strafbestand darstellt“, sagte er weiter. Laut Sachsenlotto habe der private Anbieter Lottoland weder eine Erlaubnis zur Veranstaltung von öffentlichem Glücksspiel in Deutschland, noch zur Vermittlung von Wetten auf Lotterieergebnisse im Internet (…) [dnn.de]

Fakt ist – Lottoland wird den Gewinn auf jeden Fall an den sächsischen Gewinner auszahlen. Und der sächsische Staatsvertrag  ist quasi ausser Kraft gesetzt, da weiterhin das gesetzwidrige Staatsmonopol vorhanden ist. Jede Aktion seitens der Behörden würde also unwillkürlich eine Staatshaftung in  Kraft setzen. Somit alles gut und herzlichen Glückwunsch nach Chemnitz!