Archiv der Kategorie: Lotto

Piraten kapern staatliche Lottofürsten und Spielbankenkönige

Staatliches Glücksspiel lohnt sich

Auf jeden Fall profitieren sich die sprunghaft ansteigenden Gehältern von Verwaltungsräten, Aufsichtsräten und Geschäftsführungen öffentlicher Unternehmen. So mussten nun vor kurzem die Lotto-Chefin und nun auch der Geschäftsführer der Spielbanken in Schleswig-Holstein Jürgen Kiehne ihre Gehälter auf Druck der Piratenpartei offen legen:

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(Screenshot: schleswig-holstein.de )

Anfang des Jahres veröffentlichten die Piraten bereits das Einkommen der Lotto-Chefin in SH:

(…) Die Lottogesellschaft unseres Landes, die NordwestLotto Schleswig-Holstein, hat in ihrem diesjährigen Geschäftsbericht erstmals das Gehalt ihrer Geschäftsführerin veröffentlicht: 179.000 Euro verdiente sie im Jahr 2015.[1] Zusätzlich wird ein Dienstwagen gestellt.[2] Hintergrund der Veröffentlichung ist das auf Initiative der PIRATEN beschlossene schleswig-holsteinische Vergütungsoffenlegungsgesetz. Der Abgeordnete Dr. Patrick Breyer kritisiert die Höhe der Vergütung der Lotto-Chefin:

“Lotto Hamburg vergütet seine Geschäftsführer mit 113.000 Euro [2] deutlich geringer, obwohl das Unternehmen größer ist. Ähnlich ist es im Saarland.

Bei einem Unternehmen mit 87 Beschäftigten frage ich mich, warum überhaupt jedes Bundesland eine eigene teure Lottogesellschaft haben muss. Die gute Zusammenarbeit der norddeutschen Länder sollte sich nicht auf Abhörzentren beschränken. Im Lottobereich würde sie wirklich einmal Sinn machen.” (…) [piratenfraktion.de]

Wir lassen die aktuellen Veröffentlichung der Piraten an dieser Stelle einfach mal unkommentiert…

Die wahren Lotto Gewinner

Lotto zahlt sich aus – nur nicht für die Spieler

Lotto ist auch hierzulande das Glücksspiel mit dem größten Umsatz und den meisten Spielern. Wahrscheinlich aber auch mit dem größten Anteil bei der Spielsucht. Und die tatsächliche Auszahlungsquote ist mies, in etwa bei 40 %. Im Nachbarland Österreich ist das nicht anders. Dennoch gibt es echte Gewinner beim Lotto, allerdings sind die nur selten bei den Mitspielern zu finden.

EUROMILLIONEN

Dazu haben wir einen interessanten Artikel gefunden:

(…) Doch weil die Hoffnung zuletzt stirbt, investierten die Österreicher seither satte 48,3 Milliarden Euro an „Deppensteuer“, wie es der Kabarettist Lukas Resetarits spitz formulierte, in das ebenfalls 1986 gegründete Unternehmen Österreichische Lotterien, eine Tochter von Casinos Austria und der Lotto-Toto Holding. 30,9 Milliarden Euro wurden wieder an die Spieler ausgeschüttet. Im Schnitt wurden also für jeden im Lotto gewonnenen Euro 1,56 Euro ausgegeben.

Der stets größte Lottosieger war mit rund 10,6 Milliarden Euro in 30 Jahren aber ohnehin das Finanzamt. Weitere 2,4 Milliarden Euro wurden als Provisionen an die rund 5.000 Vertriebspartner, vor allem Annahmestellen wie Trafiken und Tankstellen, ausbezahlt. Vergleichsweise kleinere Posten entfielen auf Sponsoring und Spenden, etwa die Sportförderung (1,4 Milliarden Euro) und Unterstützungen an Licht ins Dunkel oder die Kinderhilfe (185 Millionen Euro).

Der 144 mal 108 Millimeter große Lottoschein hat sich in all den Jahren kaum verändert. Seit 1988 kann man durch das Kreuz beim „Joker“ noch mehr Geld ausgeben, 1997 wurden die Ziehungsintervalle mit einer zusätzlichen Gewinnermittlung an Mittwochen halbiert, und aus den sechs Schilling Spieleinsatz sind 1,20 Euro pro Tipp geworden. Unglaubliche 26,5 dieser Tipps werden heute rund um die Uhr jede Sekunde abgegeben. Laut Werbeslogan ist Lottosiegern alles möglich. Lottobetreibern aber noch viel mehr (…) [derstandart.at]

Was in dieser Rechnung allerdings fehlt, sind die saftigen Bezüge der staatlichen Lottofürsten. Die Bandbreite bewegt sich zwischen 110.000 und 323.000 Euro Jahressalär. Spitzenverdiener war im vergangenen Jahr Theo Goßner, damals noch Geschäftsführer von Westlotto (NRW). Er bezog laut „WamS“-Recherchen besagtes Jahresgehalt von 323.000 Euro – und schied jüngst aus dem Amt aus.

Sachsenlotto – Facebook

Besondere Anreizwirkung durch Sachsenlotto?

In Sachsen gibt es durch die Landesdirektion strenge Regeln in puncto Glücksspielwerbung. So sind eine besondere Anreizwirkung oder Werbung für Jackpots streng untersagt – zumindest für private Anbieter. Denn das eigene Sachsenlotto scheint es nicht so mit solchen Regeln zu haben, wenn man sich die Werbung für ihr staatliches Lotto auf Facebook mal genauer anschaut.

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(Screenshot: facebook.com)

Oder was will uns diese Werbung auf Facebook suggerieren? Jeder zweite Sachse hat im ersten Quartal bereits gewonnen. Bis Juli wären das jeder Sachse und bis zum Ende 2016 darf sich jeder Mitbürger aus dem Bundesland Sachsen insgesamt zweimal über einen Lottogewinn gefreut haben. Darunter auch gleich noch der Hinweis auf den aktuellen Jackpot von 18 Millionen. Besondere Anreizwirkung – Werbung für Jackpots? „Millionenfaches Lotto-Glück in Sachsen? “ Eine glückliche Frau auf dem Foto, stellvertretend für alle Sachsen. Jeder weitere Kommentar ist dazu eigentlich überflüssig….

 

 

Lotto Millionen an eigene Parteistiftungen

Von Lotto-Baronen und staatlichen Glücksspiel-Fürsten

So nehmen Vertreter der politischen Parteien Einfluss auf die Vergabe von Lotto-Millionen an ihnen nahestehende Stiftungen. Das berichtet aktuell der Focus –

(…) Die parteinahen Stiftungen haben seit 2006 Zuwendungen in Höhe von 27,5 Millionen Euro von der Deutschen Klassenlotterie Berlin (DKLB) erhalten. Das berichten die „Wirtschaftswoche“ und das ZDF-Magazin Frontal21 unter Berufung auf eine Antwort der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen auf eine kleine Anfrage der Piraten-Fraktion.
Die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) erhielt demnach zwischen 2006 und 2016 knapp 9,5 Millionen Euro aus Mitteln der DKLB, die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) gut 7,6 Millionen Euro, das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne) knapp 3,9 Millionen Euro, die Helle Panke e.V. Rosa-Luxemburg-Stiftung (Linke) 4,6 Millionen Euro und die Friedrich-Naumann-Stiftung (FDP) 1,9 Millionen Euro (…) [focus.de]

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Fällt so etwas eigentlich unter den Begriff Korruption? Oder sind solche Machenschaften hierzulande längst legal? Eigentlich egal – denn wenn man solche Meldungen liest, kann man sich sein Urteil selber bilden, wenn es die deutschen Gerichte nicht mehr auf die Reihe bekommen.

Ehemaliger Lottochef mit Offshore Firma

Meine Name ist Hase, ich weiß von nichts

So in etwa könnte man die Aussage des Ex-Lottofürst von Niedersachsen auch beschreiben. Denn der hat wirklich keine Ahnung, wie er an eine Offshore-Firma in Panama gekommen ist. Kann ja schon mal passieren, dass die Bank so etwas aus Versehen tut…

(…) Nutzt man als Deutscher mit Wohnsitz im Inland eine Briefkastenfirma, klopft eines Tages möglicherweise die Steuerfahndung an die Tür – wie etwa im vergangenen Jahr bei Rolf Stypmann. Er war zwölf Jahre lang Geschäftsführer von Lotto Niedersachsen und ist in Hannover fast ein Prominenter. Als Chef der staatlichen Lotterie polterte er gerne gegen private Wettanbieter, die sich an Offshore-Plätzen wie Gibraltar angesiedelt haben.

Nun zeigen die Daten: Stypmann hat sein Geld womöglich selbst „offshore“ gebracht, versteckt in einer mittlerweile inaktiven Panama-Firma namens „Montblanc Group S.A.“ inklusive Konto bei der Luxemburger Filiale der HSH Nordbank. Das bestreitet Stypmann auf Anfrage des NDR aber vehement: „Die von Ihnen erwähnte Firma wurde von der HSH Nordbank ohne mein Wissen gegründet.“ Er habe mit den Vorgängen nichts zu tun. Die HSH Nordbank sagt zum konkreten Fall nichts – Bankgeheimnis. Klar sei aber, dass im Fall einer Kontoeröffnung grundsätzlich der Ausweis und die Unterschrift vorliegen müssen. Eine Offshore-Firma wider Willen? Unmöglich, sagt die Bank (…) [ndr.de]

Was wird passieren? Nix, denn alles ist doch irgendwie durch unsere Politik gesetzlich geregelt und auch geschützt. Offshore ist kein Verbrechen. Also einfach weitermachen!

Lottogewinn von 14 Millionen bei Lottoland

Lotto Millionär mit Lottoland

Ein Chemnitzer gewinnt 14 Millionen im Lotto, nicht bei Sachsenlotto sondern bei Lottoland. So weit so gut, denn für die staatliche Lottogeselllschaft ist dieser Umstand vermeintlich illegal. Sie halten trotz für ungültig erklärten Glücksspielstaatsvertrag durch den EugH an ihrem Anspruch fest.

(…) Doch das Modell von Lottoland ist umstritten. „Die Lottoland Ltd. aus Gibraltar verfügt nicht über die notwendige deutsche Genehmigung, Lotterien wie beispielsweise Lotto 6aus49 in Deutschland online zu vermarkten“, erklärte Siegfried Schenek, Geschäftsführer der Sächsischen Lotto-GmbH (Sachsenlotto) als Reaktion auf den angeblichen 14-Millionen-Gewinn. Es handele sich außerdem um eine „Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel, die einen Strafbestand darstellt“, sagte er weiter. Laut Sachsenlotto habe der private Anbieter Lottoland weder eine Erlaubnis zur Veranstaltung von öffentlichem Glücksspiel in Deutschland, noch zur Vermittlung von Wetten auf Lotterieergebnisse im Internet (…) [dnn.de]

Fakt ist – Lottoland wird den Gewinn auf jeden Fall an den sächsischen Gewinner auszahlen. Und der sächsische Staatsvertrag  ist quasi ausser Kraft gesetzt, da weiterhin das gesetzwidrige Staatsmonopol vorhanden ist. Jede Aktion seitens der Behörden würde also unwillkürlich eine Staatshaftung in  Kraft setzen. Somit alles gut und herzlichen Glückwunsch nach Chemnitz!

Automaten Jackpot vs. Lotto Jackpot

Ein Jackpot ist wohl der Traum eines jeden Spielers

Allerdings stehen die Chancen auf einen Gewinn extrem niedrig. Sogar so gering, dass es wahrscheinlicher ist, im Leben einmal vom Blitz getroffen zu werden. Und trotzdem üben so genannte Jackpot`s einen unwahrscheinlichen Reiz auf die Menschen aus.

So werben die staatlichen Anbieter massiv für ihr Lottoangebot vor und in Supermärkten, vor Tabakläden, an öffentlichen Plätzen, an Bussen und Bahnen und im Internet. Kinder und Jugendliche bekommen sozusagen überall den Einstieg in die schöne bunte Welt des Glücksspiels präsentiert. Und so ein „toller“ Jackpot soll ja dabei immer besonders intensiv wirken. Sei es drum, denn die Behörden der Bundesländer meinen, das wäre alles nicht so schlimm – denn die Jackpots von privaten Anbietern sein das wahre Unheil für unsere minderjährige Bevölkerung.

Natürlich werben aber auch die privaten Anbieter im Internet für ihre Jackpots. Denn was für den einen erlaubt ist darf für den anderen nicht verboten sein. Ansonsten könnte man ja schnell eine Diskriminierung vor Gerichten erkennen und auch die europäische Dienstleistungsfreiheit wäre zudem eingeschränkt. Wichtige Werte unserer Demokratie stehen dann auf dem Prüfstand. So können zum Beispiel jede Menge Automaten Jackpots beim größten Novomatic Portal Stargames (Greentube) ausgewählt werden. Mit knapp 6 Millionen ist der Golden Seven Jackpot aktuell prall gefüllt, auch andere können sich durchaus sehen lassen. Und ja, die Chance ist mit Sicherheit nicht geringer als beim staatlichem Lotto.

Fazit: Bei beiden Jackpot-angeboten ist die Gewinnchance sehr gering. Der Spaß-faktor bzw. der Nervenkitzel ist allerdings an den Automaten (Slots) deutlich höher als bei einer langweiligen Lottoziehung im Staatsfernsehen der ARD. Während Lotto doch eher ältere Menschen anspricht, setzen Online Casinos auf die jüngere Generation 18+.  Zwar sagt die Auszahlungsquote jetzt nicht viel über einen Jackpot aus, aber wer spielt schon gerne mit 40% statt mit 96% AQ? Letzteres gibt es nur in Online Casinos…

jackpot automaten

(Screenshot: stargames.de )

Progressiver Jackpot

15x „7“ gewinnt den progressiven Jackpot. Die gewonnene Jackpot-Höhe ist abhängig von Ihrem geleisteten Einsatz. Haben Sie den Maximaleinsatz geleistet so gewinnen mit 15x „7“ auch den gesamten Jackpot. Bei einem geringerem Einsatz ist Ihr Jackpot-Gewinn auch dementsprechend kleiner. Jackpot-Gewinne starten ab dem 10.000-fachen Ihres Einsatzes.

Foto & Text: stargames.de