Gedankenstopptechnik: Hokuspokus oder echte Hilfe gegen Spielsucht?

Das Ziel der Gedanken-Stopp-Technik ist es, sich kurzfristig von störenden Grübeleien (z. B. Versagensängste, Alltagsprobleme) zu befreien, um sich besser auf die gegenwärtige Aufgabe konzentrieren zu können. Dabei zieht man quasi selbst die „Notbremse“, indem man sich selbst immer wieder „Stopp!“ zuruft, sobald die Gedanken abzuschweifen drohen.

Angeblich soll die so genannte Gedankenstopptechnik wie zum Beispiel bei Sexsucht, Liebeskummer, Alkohlsucht auch gegen die Spielsucht helfen.

Die gute Nachricht: Du kannst einen Gedanken dazu bringen, fortzubleiben. Du kannst ihn verhungern lassen, indem du ihm die Energie nimmst und ihn nicht mehr fütterst. Einem Gedanken erlauben, immer wieder zu kommen, lässt ihn ständig stärker werden – und in bestimmten Fällen, schmerzvoller. Die Gedanken über jemanden, den du liebst, können so machtvoll sein, dass der Vorsatz, nicht mehr an die Person zu denken, in den meisten Fällen einfach nicht ausreicht. Du musst gegen diese Gedanken aktiv vorgehen, und sie bereits vor ihrem Erscheinen unterbinden. Du musst sie gegen andere Gedanken austauschen.

Fertige dir eine Liste an. Eine Liste von den positivsten Gedanken, Erfahrungen und Erlebnissen, die dir einfallen, aber die nichts mit der anderen Person zu tun haben. Der Punkt ist, dass alles was du gelernt hast, inklusive der emotionalen Reaktionen dem anderen gegenüber, in einem bestimmten Teil deines Gehirns verankert ist. Viele Neuronen bestehen aus einem Doppelglied (Double-Link). Ein Glied stimuliert eine Aktion oder eine Emotion. Das andere Glied verhindert Aktionen oder Emotionen. Eine Entsprechung finden wir auf körperlicher Ebene: Wenn ich meinen Bizeps anspanne, so feuern die Neuronen, die für die Kontraktion des Bizeps verantwortlich sind, welche aber auch gleichzeitig verhindern, dass ich meinen Trizeps (der Antagonist) kontrahieren (anspannen) kann. Dasselbe trifft auch auf Emotionen zu. Liebe unterbindet Hass. Lachen unterbindet Traurigkeit. Selbst der Philosoph Baruch Spinoza hat das damals erkannt: „Eine Emotion kann nur durch eine dazu konträre Emotion kontrolliert oder zerstört werden.“
Deswegen erstellst du dir nun eine Liste mit Szenen, Schauplätzen, Ereignissen und/oder Gefühlen, die in dir eine positive Emotion wecken und welche dir Vergnügen bereiten. Die Liste gehört nur dir, kein anderer wird sie jemals lesen. Allein das Schreiben der Liste bringt dich in einen positiven Gemütszustand. [gedankenstopptechnik.de]

Wenn man es also wie eine Art Autogenes Training anwendet, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es funktioniert. Alleine wird es aber schwer, deshalb sollte man es schon unter Beobachtung oder Therapie durchführen…,

» by admin on 07/09/2012