Staatliche Spielbanken weiter mit Minus

Spielcasinos weiter mit deutlichen Verlusten

Während im Internet derzeit echte Goldgräberstimmung herrscht, ist bei den staatlichen Spielbanken weiter schlechte Laune angesagt. Hier eine aktuelle Meldung aus dem Bundesland Brandenburg:

Spielbank Berlin

(…) Die Erträge der staatlichen Spielbanken in Potsdam und Cottbus sind im Jahr 2016 zusammengenommen deutlich zurückgegangen. Sie lagen bei insgesamt 8,6 Millionen Euro und damit annähernd acht Prozent unter dem Vorjahresergebnis, wie das Finanzministerium in Potsdam auf Anfrage mitteilte.

Weil die Erträge – das sind die Spieleinsätze abzüglich der ausgezahlten Gewinne – im Jahr 2016 zurückgingen, fielen auch die gesetzlich festgelegten Spielbankabgaben an die Landeskasse geringer aus. Diese beliefen sich nach Ministeriumsangaben im Geschäftsjahr 2016 auf 2,4 Millionen Euro. 2015 waren es rund 2,6 Millionen Euro gewesen (…) [lr-online.de]

Da erstaunen natürlich solche Meldungen eines großen Online Glücksspiel Portal eher nicht:

Deutliche Steigerung des Brutto-Wett- und Gamingertrags: Der Brutto-Wett- und Gamingertrag (Rohertrag) lag in der ersten Jahreshälfte 2017 bei 76,8 Mio. EUR und somit um 17,5% über dem Wert der Vergleichsperiode des Vorjahres (1. HJ 2016: 65,4 Mio. EUR). Der Brutto-Wett- und Gamingertrag im zweiten Quartal 2017 erreichte dabei mit 39,6 Mio. EUR den bisher höchsten Quartalswert in der Unternehmensgeschichte des bet-at-home.com AG Konzerns.

Dabei sind die Gründe für die Abwanderung der Spieler mehr als offensichtlich. Schlechtes Image, schlechtere Auszahlungsquoten und immer mehr Abgaben und Steuern belasten die staatlichen Spielbanken im Vergleich mit den Online Casinos bzw. Glücksspiel Portalen. Hinzu kommt die fehlende rechtliche Grundlage für eine echte Regulierung in Deutschland. Zulange wurde am staatlichen Monopol festgehalten, nun bekommt man für die schlechte Politik der vergangenen Jahre die Quittung präsentiert.

Ein Änderung ist allerdings auch nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil, denn die Reform, der Reform, der Reform des Glücksspielstaatsvertrages gilt bereits wieder als gescheitert. Nicht nur, dass der EuGH bereits wieder bemängelt hätte – nein im Bundesland Schleswig-Holstein möchte mehr nicht mehr das Theater mitspielen. Die neue „Jamaika-Koalition“, wie die Regierung aus CDU, FDP und den Grünen genannt wird, hat zum Thema Glückspiel in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass sie dem Zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrag nicht zustimmen werde. „Schleswig-Holstein wird den Glücksspielstaatsvertrag kündigen und mit anderen Ländern (z.B. Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen) nach einer tragfähigen, europarechtskonformen Lösung für den gesamten Bereich der Sportwetten einschließlich des Online-Casinospiels sowie des Pokerspiels suchen, die sich an den Regelungen des bis 2013 gültigen Glücksspielgesetzes Schleswig-Holstein orientiert“, heißt es im Koalitionsvertrag weiter.

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