Staatliche Online Casinos: Kann das funktionieren?

Sollen Online Casinos in staatliche Hand?

Wohl eher nicht, denn schon die Sportwettenangebote der staatlichen (Oddset) bzw. halbstaatlichen Anbieter (Tipp3) sind nur als Flop zu bezeichnen. Letzterer Anbieter machte schon wieder dicht und Oddset in Sachsen-Anhalt hatte sich vor Kurzem ebenfalls zurück gezogen. Dennoch gibt es jetzt wieder Vorschläge von staatlicher Seite für Online Casinos: 

„Die Spielbanken sollten neben dem stationären Betrieb auch Online-Angebote machen dürfen, sagte Wulferding der Deutschen Presse-Agentur. So könne ein ordnungsrechtlich faires und kontrolliertes Glücksspielangebot gewährleistet werden, sagte der Geschäftsführer der baden-württembergischen Spielbankengesellschaft in Stuttgart.

„Das Spielgeschäft im Internet entwickelt sich dynamisch wegen Smartphones, Tablets und neuen Smart-TV-Angeboten. Wir können da nur schwer mithalten“, sagte der DSBV-Chef. Der Verband vertritt die öffentlich-rechtlichen und am Gemeinwohl orientierten 9 Spielbanken an 35 Standorten in Deutschland. Zudem gibt es acht Spielbankunternehmen in sechs Bundesländern unter privater Regie.

Derzeit tummelten sich auf dem nicht regulierten Online-Markt zahlreiche illegale Glücksspielanbieter mit Sitz im Ausland, sagte Wulferding. Nötig seien legale Angebote durch behördlich genehmigte Spielbanken. In anderen EU-Ländern wie Frankreich, Belgien und Dänemark gebe es schon staatliche Angebote für das Glücksspiel im Netz. Dadurch könnten unseriöse Angebote mit all ihren negativen Folgen vermieden werden, betonte er.“ (swp.de)

Doch warum sind eigentlich solche Ideen schon Totgeburten bei den ersten Überlegungen der Verantwortlichen? Ganz klar die Regulierung! Derzeit gibt es keinen gültigen Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland. Und während ausländische Anbieter von Online Casinos einen Freibrief haben, müssen sich staatliche Anbieter an ihre Gesetze halten – auch wenn diese gegen europäisches recht verstoßen.

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Hinzu kommen die vielen Auflagen für vermeintlichen Spielerschutz und hohen Steuern bei staatlichen Glücksspielen hierzulande. Niemals können diese auch nur ansatzweise mit privaten Online Casinos in Malta und Gibraltar konkurrieren. Während dort im Schnitt 5 % Steuern anfallen, sind es eben in Deutschland knapp zehnmal so viel. Das wiederum mindert die Auszahlungsquote und die Attraktivität für die Spieler.

Staatliche Online Casinos haben zudem ein schlechtes Image durch andere staatliche Angebote wie Lotto oder Toto. Lotto zum Beispiel zahlt gerade mal 40% an seine Spieler aus, andere Angebote wie „Aktion Mensch“ noch weniger. Bei Toto ist mit Oddset leider auch nicht viel zu gewinnen. Dort findet man die schwächsten Quoten aller Sportwettenanbieter. Warum sollte man also dort spielen?

Fazit: Private Online Casinos sind in Europa längst etabliert und bieten guten Spielerschutz und hervorragende Auszahlungsquoten bis zu 96% für die angemeldeten User. Hinzu kommt die jahrelange Erfahrung im Bereich Online Casinos. Um in diesem Marktsegment Platz zu finden, hätte man bereits vor 10 Jahren mit Angeboten von Online Casino Spielen starten müssen. Dieser Zug ist nun allerdings längst abgefahren. Staatliche Online Casinos werden, sollte es sie tatsächlich in den kommenden 5 Jahren geben, genau so kläglich scheitern, wie ihre anderen Angebote im Internet.

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