Mit Populismus gegen die privaten Glücksspielanbieter

Schauergeschichten, Horrormeldungen und apokalyptische Prophezeiungen der staatlichen Glücksspiel Lobby haben ein neues Ausmaß erreicht. Neues aus dem Märchenwald und der ewige Kampf zwischen Gut (Staatliches Glücksspiel) und Böse (Privates Glücksspiel) – dazu ein aktueller Artikel auf Isa Guide:

Geradezu rührend wird es, wenn die Vorsitzende des Fachverbandes Glücksspielsucht, Ilona Füchtenschnieder, gegen die „bösen“ Online-Anbieter zu Felde zieht. Das Gefährliche am Online-Glücksspiel, so ihre messerscharfe Analyse bei „Plusminus“, sei, dass man nirgendwo hingehen müsse, um zu spielen. Ja, man müsse sich noch nicht mal schick machen und könne „im Bademantel, unter Drogeneinfluss oder im Schlafanzug betrunken rund um die Uhr spielen“. Das seien ungeheuerliche Vorgänge, „die aus meiner Sicht überhaupt nicht stattfinden dürften“. Hier soll die Frage, was so alles im Bademantel oder Schlafanzug nicht stattfinden sollte, nicht weiter erörtert werden. Allerdings ist es schon erstaunlich, zu welch verbalen Fehlgriffen vermeintliche unabhängige Experten greifen, wenn sie letztlich der Verteidigung des Staatsmonopols bei Glücksspielen das Wort reden.

Auch Professor Tilman Becker von der Forschungsstelle Glücksspiel an der Uni Hohenheim befleißigt sich einer eigenartigen Sprache. Dass Online-Glücksspiel nicht strenger bestraft werde, sei „einfach ein Staatsversagen“. In einer Zeit, in der Populisten gern dem „System“ ein „Staatsversagen“ vorwerfen, sollte man in der Wahl der eigenen Worte vorsichtiger sein.

Und wie im Grimmschen Märchen wird im gleichen „Plusminus“-Bericht von dem Studenten Reinhold B. berichtet, der beim Spielen 11.500 Euro Schulden beim Bezahldienst PayPal angehäuft hatte und diese letztlich nicht zahlen musste, da PayPal auf die Zahlung verzichtet habe. Um die Story noch schöner abzurunden, sagte Student Reinhold anschließend treuherzig, nach dem Vorfall mit PayPal habe er auch nicht mehr gespielt. isa-guide.de

Und die rechtliche Situation? Monopole müssen in einer liberalen EU abgeschafft werden. Das ist Gesetz und wird acu in allen Bereichen bereits umgesetzt – außer dem Glücksspiel. Da stemmen sich hoch bezahlte Lottofürsten weiterhin gegen europäisches Recht und Gesetz. Ein absolutes Unding!