Spielsucht in Deutschland

Spielsüchtige Menschen in Deutschland sind ein riesiges Problem

Ob nun Lotto, Pferdewetten, Sportwetten, Poker oder Automaten, bzw. Casinospiel – Glücksspiel hat immer seine akuten Nebenwirkungen. In diesem Fall ist es die Spielsucht. Trotz angeblichen Spielerschutz unter dem staatlichen Monopol ist die Spielsucht vielerorts immer weiter eskaliert.

Vor allem die staatlichen Angebote durch ihre extreme Bewerbung überall in unserem Leben sind gerade für Kinder und Jugendliche besonders gefährlich. So genannte Lottobuden gibt es überall in Supermärkten und Einkaufsmärkten, direkt auf dem Markt oder sogar vor Schulen und Kindergärten hängen riesige Werbeplakate mit Ankündigungen zum großen Mega-Jackpot. Und im Internet versprechen Anzeigen bei Adwords den Traum vom großen Los.

lotto spielsucht

(Screenshot: google.de)

Die Chance auf den Jackpot-Gewinn in minimal, eigentlich nicht mal erwähnenswert, und die Auszahlungsquote bei schwachen 40 % für Lotto. Bei der Aktion Mensch wird gar noch weniger ausgeschüttet. Alleine der Hinweis auf Suchtgefahr oder Spielerschutz reichen eben nicht aus. Am Ende ist aber auch das staatliche Lotto nur fiskalisch gesehen eine GmbH und da sind die vielen Einzelschicksale genau so weit weg wie ein Flüchtlingscamp im Paalästina. Oder eben momentan gleich irgendwo um die Ecke.

Noch schlimmer sieht es aber derweil in den Monopol-Spielotheken des Landes aus. Spielsüchtige aus allen gesellschaftlichen Schichten werden hier zum Opfer einer rücksichtslosen Politik der vergangenen Jahre. Eine offizielle Auszahlungsquote in Spielhallen findet man längst nicht mehr. Gefühlt liegt sie noch bei 10%. Kein Wunder, denn die Gewinne wurden gekappt und Steuern und Abgaben für Bund und Kommunen alljährlich erhöht. Die wenigen Leute ohne Spielsucht haben den Absprung geschafft, der Rest ist aber sitzen geblieben und verspielt sein Geld munter weiter.

Ungefähr ein Prozent der 16- bis 65-jährigen in Deutschland zeigen ein problematisches oder süchtiges Glücksspielverhalten: Studien zeigen, dass der Anteil der deutschen Bevölkerung mit „problematischem Glücksspiel“ bei 0,51 Prozent (275.000 Personen) liegt, weitere 0,49 Prozent (264.000 Personen) fallen in die Kategorie „pathologische Spieler und Spielerinnen“. Bei über einer halben Million Menschen in Deutschland liegt das Spielverhalten also in einem eindeutig kritischen Bereich. Hinzu kommt ein Bevölkerungsanteil von über fünf Prozent mit einem auffälligen oder risikoreichen Glücksspielverhalten.

Quelle: automatisch-verloren.de

Erschreckende Zahlen sind das, welche sich die verfehlte Politik auf die Fahne schreiben muss. Aber was will man schon erwarten, wenn deutsche Glücksspielstaatsverträge durch das oberste europäische Gericht als verfassungswidrig deklariert werden? Und so bleibt am Ende dem Betrachter nur der fade Eindruck der verlogenen Scheinheiligkeit….

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