Spielotheken Personal packt aus
Interview für Verena S. ( Spielotheken Angestellte in Teilzeit)
Hallo Verena, stelle Dich doch bitte mal kurz vor!
Ich bin 47 Jahre alt und arbeite seit 3 Jahren in einer Spielothek in Chemnitz. Ich stehe dort regelmäßig hinterm Tresen und habe dadurch einen guten Überblick über den Ablauf in der Spielhalle.
Kannst Du etwas über den Verdienst erzählen und vielleicht mal einen Grund, warum man so einen Job überhaupt macht?
Das Einkommen ist sehr gering, ich verdiene rund 5,00 Euro in der Stunde. Weil man von diesem Einkommen nicht leben kann, funktioniert es nur als Nebenjob mit 400 Euro Basis. Für die 60 Euro am Tag stehe ich dann pro Schicht 12 Stunden am Stück in der Spielothek. Pro Monat mache ich also 7 Schichten um in den Genuss der 400 Euro (steuerfrei) zu kommen. Ansonsten ist der Job nicht besonders anstrengend, von daher ist es soweit ganz okay.
Du beobachtest das Spielverhalten deiner Gäste, sind von den Spielern schon welche reich geworden, weil sie regelmäßig gewonnen haben?
Es gibt tatsächlich Leute, die mehr gewinnen als was sie in die Kisten rein werfen. Ich habe das so einen Gast, der ständig nach dem gleichem Prinzip spielt und selten mit Verlust raus geht. Er wechselt immer nur 20 Euro bei mir und spielt dann nach seinem System. Dabei sucht er speziell an den Novoline Spielautomaten die Spiele American Poker oder Sizzling Hot. Er schafft es fast immer auf 50 Euro hoch zudrücken. Nach einer Stunde verlässt er unsere Spielhölle meistens mit 50 – 60 Euro in der Tasche. Er spielt aber nicht regelmäßig, sondern kommt meistens nur einmal pro Woche.
Verlierer sind die Stammgäste, die tagtäglich vor den Geräten sitzen. Unterm Strich machen sie jede Menge Verlust durch Ihre Spielsucht. Es sind die Leute die meinem Chef reich machen.
Konntest Du erkennen, nach welcher Strategie dieser Gewinner am Novoline Spielautomat gewinnt?
Ja, er bucht die 20 Euro im komplett rüber und durchsucht die Automaten immer zuerst nach vollen Bonusen. Dann habe ich beobachtet, wie er beim Drücken entweder immer Schwarz oder Schwarz und die letzte Stufe Rot benutzt hat. Dabei drückt er zunächst immer schwarz, während er dann auch gelegentlich in der letzten Stufe auf Rot wechselt.
Meistens ist für das Personal in den Spielhöllen das Spielen an den Geräten verboten. Wird sich auch daran gehalten?
Offiziell ist es für uns auch nicht gestattet, aber kaum einer hält sich dran. Natürlich beobachten wir auch den ganzen Tag, wo viel Geld ohne Gewinne rein gegangen ist. Wenn wir dann abschließen, geht es immer nochmal mit geringem Einsatz an die Spielautomaten. Nicht selten hat man dadurch schneller 100 Euro zusammen als durch die Arbeit im Spielcasino. Auch ich spiele grundsätzlich nur nach einer bestimmten Strategie, wo ich immer das meiste Geld gewonnen hatte.
Thema Spielsucht in der Spielothek, wo du arbeitest – kannst Du da was dazu sagen?
Das ist ein großes Thema, fast jeder zweite Spieler leidet daran. Die Leute, die soweit drin stecken, verlieren nur. Sie spielen nicht um zu gewinnen sondern nur um an den Dingern zu daddeln. Sie kommen täglich in unsere Spielhölle und haben sich dann außerhalb die Kohle zusammen gepumpt oder leihen sich Geld von anderen Spielern. Große Gewinne fliegen in der Regel spätestens innerhalb einer Woche in die Automaten. Von solchen Leuten lebt eine Spielothek.
Vielen Dank für das Interview…

März 22nd, 2010 at 22:27
also doch jeder Zweite, kommt da schon eher hin, selbst das ist noch wenig. Mit 2 bis 5 Prozent, könntest du gemeint haben, von der Gesamtbevölkerung in Deutschland, es spielen ja auch viele Leute NIE, also können sie auch nicht süchtig danach werden.
Aber es it eben so, wie mit harten Drogen. Da kann man auch nicht sagen, “Die meisten Heroinkonsumenten haben sich ja unter Kontrolle, Problem haben nur 2 bis 5 Prozent damit.” Wäre aber genauso Blödsinn. Jeder, und wirklich jeder, der einmal damit angefangen hat, wird zwnagsläufig in die Sucht geraten. Spielsucht ist und bleibt die gefährlichste Sucht, die es gibt. Man wird schneller abhängig, als beispielsweise von harten Drogen, wie Heroin.
Und jeder fängt klein an, mal nen 5er zocken und nur auf 5 Cent usw., oder dabei ist es bei KEINEM einzigen geblieben, den ich kenne.
@Admin
Du solltest das Thema eben nicht so vernachlässigen! Gut, hast ja doch was darüber mit auf der Seite, hatte ich vorher nicht gesehen, sorry.
Aber, in dem du Leuten Geld bietest, wenn sie ihre 20 Euro verzocken, und irgendwelche Videos hochladen, dann 40 Euro oder so zahlen willst, was ich zwar nicht glauebn kann, damit bringst du Leute nur noch mehr und immer tiefer in die Sucht, weil gerade HartzIV-Empfänger würden darauf anspringen, weil sie eh kaum Geld haben, und glauben den Mist dann auch noch.
Das finde ich nur einfach nicht in Ordnung sowas.
Tarkan
März 23rd, 2010 at 18:49
Ahrrrr…na sie hat es wohl selbst treffend beschrieben “Spielhölle”
Jeder der sich ansatzweise damit auskennt,weiß das dieser Ausdruck in der Branche eine Beleidigung ist.
Wozu gibt es Dinge wie “Vorbildliche Spielstätte” oder “Golden Jack” ?
Also es gibt auch ordentlich geführte Läden,für alle die jetzt wie ich auch dachten das dieses Interview eher als schlechtes Beispiel zu verstehen ist.