Was hättest Du nicht von mir gedacht? Zwecks der Spielsucht?
Ich habe es selber nie bewusst in Kauf genommen. Da immer Geld verfügbar war durch Arbeit und nebenbei durch´s Feuerwerk. Ich hatte es einfach und habe das Leben genossen. Irgendwann kam dann der Abend nach Arbeit, an dem Ich in die Kneipe meines Vertrauens gegangen bin. Ich saß so da und habe die Automaten angestarrt. Weil Ich genau wusste, dass tagsüber viele Leute an diesen Dingern gespielt hatten. Es handelte sich um die alten Kneipen-Automaten. Noch nix mit Computer-Platinen, wie Sie heute aufgestellt werden.
Ich zahlte meine Rechnung und hatte noch knapp 6€ über. Da dachte Ich mir, die schmeißt Du da nun auch mal rein. Kaum hatte Ich mich hingesetzt blinkte der komplette Automat. Hatte Ich doch tatsächlich an einem der zwei Automaten 6 Sonnen erhalten. Was quasi das beste Bild war. 150 Sonderspiele. Gesamtgewinn knapp 240€. Ich konnte mein Glück nicht fassen und zahlte aus. Am nächsten Tag nach Arbeit, schaute Ich wieder dort vorbei und spielte mit 10€ Einsatz am anderen Automaten. Ich war natürlich risikofreudig, wusste Ich ja, dass Ich gestern schon einiges gewonnen hatte. Es reichte ” nur ” für 40 Sonderspiele, welche mir knapp 80€ bescherten. Wieder gewonnen bei wenig Einsatz. Ich ging abermals nach Hause und am nächsten Tag wieder zur Arbeit. Um 23 Uhr hatte Ich Feierabend und Ich beschloss diesmal, woanders spielen zu gehen. Neue Automaten zu entdecken. Ich fand auch einige schöne Spielgeräte wo Ich mich durchtasten musste. Diese gefielen mir auch weitaus besser. Ich hatte knapp 70€ in der Tasche und fing an zu spielen. Irgendwann nach 4 Std. waren diese 70€ alle, und Ich war sehr enttäuscht. Hatte Ich doch die 2 Tage davor nur gewonnen gehabt. Am nächsten Tag hatte Ich frei und Ich beschloss noch mal mein Glück an dem Automaten zu probieren, an dem Ich die Nacht zu vor vergeigt hatte. Dieses Mal auch am helllichten Tag. Die Automaten wurden alle bespielt in diesem Imbiss und Ich beschloss mir einen anderen Standort zu suchen. Gab es ja einige davon in Berlin…
Ich fand auch eine ruhige Ecke, mitten im Wohngebiet. Es war ca. 14 Uhr. Ich spielte und spielte. Bemerkte ganz und gar nicht die Zeit. Schaute auf die Nachbarautomaten wenn Sie etwas Zählbares gaben und spielte meine neuen Lieblingsspiele, die Ich gefunden hatte. Mein Geldspeicher bewegte sich mal auf und mal ab. So das Ich mich die ganze Zeit mit nur einem 20€ Schein über Wasser hielt. Irgendwann war dieser dann aufgebraucht und Ich schaute auf die Uhr. Es war tatsächlich schon 19 Uhr gewesen. Ich saß bereits 5 Std. in diesem Imbiss und stank sicherlich wie eine Frittenbude. Für mich was dies aber kein Grund zu gehen, Ich wechselte einen 50€ Schein und schob noch mal 20€ in den Automaten. Auch hier ging es wieder bergauf und bergab. Ich wurde irgendwann müde und habe dann 20€ ausgezahlt. Immerhin, nur 20€ Verlust an diesem Tag + Getränke und Essen, was Ich zwischendurch käuflich erwarb. Ich schaute auf die Uhr und es war kurz vor 23 Uhr.
Ich saß tatsächlich 9 Std. in einem Imbiss um am Automaten zu spielen.
Am nächsten Tag musste Ich wieder arbeiten und bin nach dem Feierabend wieder in der Nähe meiner Arbeitsstelle spielen gegangen. Der Automat der dort angeschlossen war, war mir komplett neu. Ich probierte mein Glück, und scheiterte kläglich. 60€ innerhalb von 1 Std.
Ich war sauer. Sauer auf den Automaten. Sauer auf den Inhaber. Einfach nur sauer. Ab nach Hause und ins Bett. Am nächsten Morgen war Ich immer noch stinkig. Ich stellte mir Fragen. Fragen, ob es Sinn macht, noch einmal dort vorbeizuschauen oder es lieber sein zu lassen.
Da Wochenende war, und Ich erst gegen 2 Uhr Feierabend machte, war mir klar, dort nicht mehr vorbeizuschauen. Musste Ich ja gegen 11 Uhr wieder auf Arbeit sein.
Und so ging es dann die nächsten Tag weiter. Man holte sich am Abend noch etwas zu trinken und schmiss sein Restgeld an Münzen in die Automaten. Man war unterwegs, trank etwas, sah Automaten und schmiss auch dort etwas rein. Wenn auch nicht immer viel. Es landete ja dennoch im Inneren des Automaten.
Es gab zwischendurch natürlich auch Tage, an denen Ich nix verspielte. Keine Lust, Müdigkeit und Stress waren anfangs noch stärker wie der Drang zum Spielen.
Irgendwann rief mich ein guter Kumpel an und fragte, ob Ich nicht Lust hätte mit ihm in ein Casino zu gehen. Ich willigte ein und fuhr zu Ihm. Er war Chef einer Cocktail-Bar und Geld spielte in seinen Augen eine eher kleinere Rolle.
Ich nahm 100€ mit. Wir saßen dort ziemlich lange und er saß am Pokertisch. Ich schaute mich um. Viele neue Automaten. Alles blinkte, verschiedenste Töne drangen aus den Automaten.
Im hinteren Bereich gewann einer den Jackpot. Knapp 2500€. Der Höchstgewinn an dieser Maschine. Auf die Frage, wie viel er an diesem Abend einsetzte, antworte er: „ Etwas mehr als 700€ „! Ich war in diesem Moment ziemlich baff. Wie konnte man nur 700€ in einen Automaten stecken? Das war ein halbes Monatsgehalt von mir. Ich verspielte knapp 50€ an diesem Abend. Interessanter war es, anderen Leuten beim Spielen zuzuschauen. Wie Sie spielten, ob Sie etwas anders machten. Was Sie spielten. Im Endeffekt kam Ich zu dem Entschluss, dass Sie nur auf höheren Einsätzen spielten, wie Ich es tat.
Fortan nach diesem Besuch, beschlossen der Chef, andere Spielerfreunde und Ich, uns jeden Monat 1x zu treffen um ins Casino zu gehen.
Natürlich legte man sich einiges an Geld zur Seite. Damit man an jenem besagten Tag nicht nach 1 Std. den Heimweg antreten musste. Der nächste Monat war angebrochen und der Tag stand an. Ich nahm 500€ mit. Die anderen Spielerfreunde in etwa die gleiche Summe. Nur der Chef verriet uns nicht, was er an Geld mit sich trug. Es war aber definitiv mehr, als bei uns.
Wir setzten uns an verschieden Automaten und begannen eifrig zu spielen. Jeder hatte sein eigenes Schema an den Automaten. Der eine spielte erst hoch, dann wieder niedrig, wiederum ein Anderer spielte gleich Risiko. Ich hielt mich mittig auf. 0,50€ pro Runde waren in meinen Augen schon viel. Nach knapp 2 Std. und etwa 150€ Ausgaben, läutete mein Automat den Gewinn ein. 1100€ auf einen Schlag. Ich konnte es nicht fassen.
Die Gewinnsumme wurde direkt ausgezahlt und der Automat wieder auf 0 gestellt.
Ich spielte an einem anderen Automaten noch einmal für 100€ weiter. Da dieser aber nix brachte, lud Ich die Kollegen anschließend auf ein paar Biere und Schnäpse ein. Sie gingen entweder mit + – 0 nach Hause oder verspielten Ihr Geld.
3 Tage später nach Arbeit, suchte Ich erneut ein ruhiges Plätzchen um zu spielen. Da aber fast alle Automaten belegt waren wo Ich spielen wollte, erinnerte Ich mich an eine Spielhalle, die Ich sonst nur durch das vorbeifahren mit der Straßenbahn sah.
Dort müsste doch wenigstens 1 Automaten frei sein. Ich fuhr also dorthin. Draußen stand groß dran „ 23 Std. geöffnet „ Ich zog an der Tür, doch Sie ging nicht auf. War Ich nun in dieser 1 Std. Pause dort erschienen? In diesem Moment machte ein Spieler, der die Spielhalle verlies, die Tür auf. Ich fragte am Tresen, wieso dir Tür verschlossen sei. Du musst draußen klingeln. Das ist eine Art Absicherung für uns Angestellte. Ich wusste nun also bescheid.
Ich suchte mir einen Automaten aus und spielte. Natürlich wieder meine Lieblingsspiele und mit einem höheren Einsatz. Ich stockte zwischenzeitlich meinen Gewinn auf 200€ auf. Dies war aber lange kein Grund auszuzahlen. Ich wollte mehr. Erstens, setzte Ich nur knapp 30€ ein, zweitens, im Casino gewann Ich 1100€. Wieso also auch nicht hier in der Spielhalle.
Welch fataler Spielzug. Ich erhöhte meinen Einsatz auf 1€ die Runde und das Geld auf der Geldskala verschwand in kürzester Zeit bis auf 80€ runter. Ich wechselte das Spiel und konnte mich noch einmal auf 150€ hocharbeiten. Also wieder zum anderen Spiel zurück und weiter auf 1€ die Runde gespielt. Und wieder zockte mich dieser Automat ab. Wieder bei 80€ angekommen, dachte Ich mir dann „ Irgendwann muss der doch mal was gescheites geben „
Doch er tat es nicht. Ich war frustriert. Noch einmal ging Ich zum Tresen und wechselte mir einen 50€ Schein. Dieser war 1 Std. dann auch futsch. Ich lief nach Hause. Keine Lust auf 2 Stationen Straßenbahn fahren in der Nacht. Es wollte einfach nicht in meinen Kopf hinein, dass Ich 200€ sicher hatte und Sie innerhalb von Minuten verspielte. Der Automat hatte den Kampf gegen mich an diesem Abend gewonnen. Völlig mühelos.
1 Woche später schaute Ich nach Arbeit mal wieder in der Kneipe meines Vertrauens vorbei.
Und siehe da, es stand ein neuer Automat drin. Natürlich musste Ich ihn ausprobieren. Es waren nicht viele Spiele drauf, aber dennoch war er recht amüsant.
Ohne Verlust und ohne Plus verlies Ich die Kneipe nach 3 Std.
Die Wochen und Monaten verrinnen und Ich spielte hier und da.
Mal mehr, und mal weniger.
Knapp 10 Monate nach der Erstbespielung dem neuen Automaten in meiner Stammkneipe, setzte Ich mich nach einem stressigen Arbeitstag wieder an Ihn heran.
Die ersten 20€ fraß er, wie Ich auf Arbeit mein Essen in Stress-Situationen.
Er zeigte aber reizende Bilder. Irgendwie hatte Ich im Gefühl, dass da etwas Großes kommt.
Dann rief eine Freundin an, und fragte, ob Ich nicht Lust hätte mit Ihr ein wenig tanzen zu gehen. Ich ging mit. Nach 2 Std. verging uns aber irgendwie die Lust. War nicht das Publikum vor Ort, welches Wir eigentlich erwarteten. Ich brachte Sie nach Hause und ging auf dem Rückweg noch einmal in die Kneipe. Dort war der Automat besetzt. Ich sah, dass die Person exakt das Spiel spielte, welches Ich die ganze Zeit 2 Std. zuvor spielte. Ich wartete ab und schaute ungeduldig zu Ihm rüber. Er fühlte sich genervt und sagte irgendwann, dass auch noch 2 andere Automaten zur Verfügung standen. Ich wollte aber an diesem spielen wo er dran saß. Also wartete Ich. Zwischendurch riss Ich einen 50€ Schein an, den Ich noch übrig hatte. Steckte jeweils 5€ in die anderen beiden Automaten.
Endlich ging er und Ich konnte an den Automaten gehen, wo Ich ursprünglich ran wollte.
Die ersten 20€ fraß er abermals in einem schnellen Tempo. Ich war am Überlegen, ob es Sinn macht, die anderen 20€ auch noch reinzuschieben. Ich tat es, und es war keine falsche Entscheidung. Ein komplettes Vollbild Schatztruhen erschien nach knapp 8 Umdrehungen auf dem Bildschirm. 5 Walzen a 200€ gewinn. 1000€. Ich sagte zur Tresenkraft „Siehst Du, Ich hab dir gesagt, da kommt noch etwas hohes„
Der Automat spuckte knapp 300€ aus. Das restliche Geld konnte Ich mir am nächsten Tag abholen. War es ja die bekannte Kneipe in der Ich immer saß. Anderswo hätte Ich wohl die Polizei gerufen. Bei Geld hört die Freundschaft auf.
Am nächsten Tag hatte Ich frei und wollte mein Geld gegen 16 Uhr abholen. Welch Fehler.
An jenem Tag hatte der Chef seine Freunde und Bekannte eingeladen. Er zahlte zwar aus, aber Ich versprach auch eine Runde zu an Getränken auszugeben. Ein großer Fehler.
Sein Besuch, 12 Leute, tranken nur Whiskey. Und der kostete 4€. Ich trank natürlich mit und es blieb nicht nur bei dieser einen Runde. Nach 4 Runden und etlichen Schnäpsen, betrug meine Rechnung knapp 250€. Ich zahlte und ging nach Hause. Am nächsten Tag quälte Ich mich mit Kopfschmerzen, Übelkeit und 250€ weniger von meinem Gewinn, zur Arbeit.
Wiederum am nächsten Tag packte Ich das Geld aus, welches Ich immer noch mit mir rumschleppte. Es waren nur noch 450€ von den ehemals 700€ die Ich an jenem Abend bekam.
Mir schossen Fragen durch den Kopf. Wieso gab Ich mehr als 1 Runde aus? Wieso an den Chef und seine Leute? Er zahlt mir doch auch nicht meinen Einsatz am Automaten.
Ich probierte diese Gedanken zu begraben. Es klappte zum Glück auch, doch Ich schwor mir, wenn Ich 1 Runde gebe, dann kleine Schnäpse und nicht teuren Whiskey für Leute die Ich nicht kannte.
Ich spielte nun fast jeden Tag an irgendwelchen Automaten. Mal mehr und mal weniger. Ich probierte Limits zu setzen. Klappte aber nicht immer, dass Ich diese auch einhielt.
Irgendwann war dann der Punkt gekommen, als Ich mir sagte „ Es reicht nun mit dem Spielen“ Die Ausgaben kann man auch sinnvoller gestalten. Ich ignorierte am nächsten Wochenende die Spielautomaten in den jeweiligen Lokalitäten. Und es gelang mir tatsächlich.
6 Monate hielt Ich durch. Dann traf Ich einen Kumpel wieder, mit dem Ich anfangs noch oft zusammenspielte. Bei Ihm haperte es oft am Geld. Doch er schien aus welchen Gründen auch immer, reichlich Geld in der Tasche zu haben und wollte mit mir zusammenspielen.
Ich verneinte. Er fragte bestimmt 15x in 3 Std. Jeder einen fünfer, hab Dich nicht so. Los jetzt. Ich verneinte immer und immer wieder und war schon kurz davor ihm ein paar zu scheuern für seine Fragerei.
Irgendwann reichte es mir, und Ich drückte Ihm 5€ in die Hand und sagte „ Hier, nimm meine und deine 5€, stopfe Sie in den Automaten und lass mich in Ruhe“ Doch er meinte zu mir „Es ist auch dein Geld, also kommst Du schön mit zum Automaten“
Also ging Ich mit. Wir spielten Pokern, was Ich sehr gerne spielte. Es dauerte keine 3 Minuten und Ich drückte nach einem Vierling auf 50€ hoch. Nun wollte Ich natürlich mehr.
Ich wählte ein anderes Kartenspiel. Magic Card. Zwischendurch ein paar Vierlinge und aus dem Nix auf einmal 4x die 5 + Joker. Quasi ein Fünfling. 160€ dazu. Er wollte dann auszahlen und Ich willigte ein. Während des Auszahlens spielten auf 0,50€ die Runde, Sizzling Hot. 200€ waren bereits rübergezogen und 4€ Restgeld waren noch drauf, als plötzlich 4 Siebenen kamen. Noch einmal 100€ dazu. Die mussten natürlich auch rübergezogen werden. Zwischendurch spielten wir noch einige andere Spiele. Am Ende sprangen genau 300€ raus. 150€ für jeden.
Ich war wieder mittendrin. Ich verabschiedete mich und verschwand in der nahegelegenen Spielhalle. Dort vermisste man mich schon. Ich erzählte Ihnen, dass Ich seit einem halben Jahr nicht mehr gespielt hatte und heute durch Zufall und Genörgel meines Kumpels wieder angefangen habe.
In der Spielhalle ging meine Glückssträhne weiter. Bei 50€ Einsatz gewann Ich knapp 800€.
Und somit ging die Geschichte wieder da weiter, wo Ich vor Monaten schon einmal stand.
Spielen, spielen, spielen.
Egal zu welcher Uhrzeit. Egal wo. Hauptsache spielen.
Durch meinen Zweitberuf, dem Feuerwerk, lernte Ich jemanden kennen, der für eine Aufstellerfirma arbeitete. Ich wollte unbedingt für zu Hause einen Automaten haben.
1 Monat später stand dann ein Merkur Mega Zack in meiner Wohnung.
An jenem Automat, fing Ich an zu spielen und gewann in meiner vertrauten Kneipe.
Der Automat wurde viel von mir und meinem Besuch bespielt, doch irgendwann reizte er nicht mehr. Er diente lediglich als Spardose.
Ich spielte natürlich trotzdem noch in Spielhallen und nun auch wieder 1x im Monat im Casino. Meine Kollegen nahmen es mir im Übrigen nie übel, dass Ich 6 Monate pausierte.
Die Monate verrinnen abermals und mal gewann man, und mal verlor man. Es war ein auf und ab, jedoch mit mehr Ausgaben als Einnahmen.
Ich besuchte eine Cocktail-Bar eines guten Freundes und lernte dort meine Ex-Freundin kennen. Natürlich saß Ich nicht am Tresen, sondern am Automaten als wir uns kennenlernten.
Sie arbeite hinterm Tresen. Zwischendurch kam Sie mal gucken und sah das Ich 230€ auf dem Tacho hatte. Sie sagte nur „Verspiele nicht unser Hochzeitsgeld und zwinkerte mir zu“
Man traf sich die nächsten Tage und wurde ein Paar. In der Zeit spielte Ich nur, wenn Ich in der Bar zu Besuch war, und Sie arbeitete.
Wir fuhren gemeinsam zu mir oder zu ihr. Man führte quasi ein geregeltes Leben. Nach Arbeit wollte Ich lieber nach Hause anstatt an den Automaten.
Man war halt verliebt. Und die Liebe war zu diesem Zeitpunkt stärker als am Automaten zu sitzen und zu zocken.
Wenn Sie arbeiten musste, begleite Ich Sie natürlich in die Bar. Da Sie eh arbeiten musste schlürfte Ich Getränke und zockte am Automaten.
Nach Feierabend wollte Sie dann auch mal 5€ von Ihrem Trinkgeld in solch Kiste stecken.
Ich zeigte Ihr was Sie spielen kann, und wie Sie vorgehen muss, im Fall eines Gewinns.
Ich stelle Ihr Sizzling Hot ein und stellte auf 0,20€ Einsatz.
Als Sie noch 2,20€ auf dem Tacho hatte, bekam Sie 5 Siebenden. Ich war völlig entsetzt.
Hatte Sie doch tatsächlich das gleiche Glück, wie Ich es am Anfang hatte, als Ich anfing zu spielen. Die 200€ zahlte Sie sofort aus und war glücklicher denn je.
Und so nahm die Geschichte seinen Lauf. Sie spielte nun nach jedem Feierabend am Automaten. Mal mit mir zusammen in der Bar, mal in der Spielhalle die gegenüber der Arbeitsstelle war.
Immer wenn es nicht lief, und sie alles verloren hatte, gab Sie mir die Schuld für ihre Misere.
Ich schmunzelte nur und meinte, dass dies jedem selbst überlassen ist zu spielen.
Ob Sie es in dem Moment verstand, war mir egal. Ich wollte weiterspielen und so kam es manchmal vor, dass Ich Ihr noch etwas von mir gab, oder Sie wütend nach Hause ging, wenn Ich noch da bleiben wollte.
Mir waren also die Automaten manchmal wichtiger wie Sex oder Zuneigung von der eigenen Freundin.
Zu Hause angekommen, war es ruhig und wir beschlossen oftmals, dass Zocken einfach sein zu lassen. Aber irgendwie belog man sich selbst. Sie steckte Ihr Trinkgeld in den Automaten der Bar, und wenn dies alle war, auch Ihren Verdienst vom Abend.
Ich zog es vor, Sie nicht mehr zur Arbeit zu begleiten und ging in die Spielhalle. Wobei sie zwischendurch via SMS schrieb, und mir eine gute Nacht wünschte. Da Ich zu Ihr sagte „Ich gehe nun ins Bett“ Ich ging also in die Spielhalle und spielte meist bis um 6 Uhr. Da Sie um 7 Uhr Feierabend hatte und Ich in der Woche ab 15 Uhr auf Arbeit erscheinen musste. Ich kam natürlich total übermüdet auf Arbeit an und begründete dies oftmals mit der Ausrede „Ich habe eine neue Freundin, und Sie verlangt einiges von mir“ Irgendwann kam es dann soweit, dass Ich mir einen Krankenschein holte, um auszuschlafen. Ich versank also nach und nach in der Spielsucht.
Dies kam zwar nicht oft vor, jedoch war dies schon der erste Schritt in Richtung Spiel-Wahn.
Ich merkte, dass Ich auf Arbeit durchhing und kaum noch Lust zeigte. War es nun die Doppelbelastung durch´s Feuerwerk, oder war es einfach nur Müdigkeit die vom Zocken hervorging? Natürlich schob Ich es auf die Doppelbelastung. Ich kündigte den Job in der Küche und konzentrierte mich nur noch auf´s Feuerwerk und dem Automatenspielen.
Meiner Freundin erzählte Ich, dass Ich keine Lust mehr auf die Leute in der Küche hatte.
Eines Tages schlief meine Freundin bei sich und Ich bei mir. Am nächsten Tag sollte Sie arbeiten, hatte aber tagsüber Termine. Am Abend schrieb Sie mir ob Ich in der Bar vorbeischaue? Ich meinte zu Ihr, dass es mir nicht gut ging und ins Bett gehe. Was natürlich eine Ausrede war. Ich ging noch eine Runde mit dem Hund, den Wir uns angeschafft hatten und anschließend verschwand Ich in der Spielhalle. Wir blieben via SMS in Kontakt und Sie fragte mich, ob Ich nicht schlafen kann, weil Ich immer noch antwortete. Natürlich konnte Ich nicht schlafen, musste Ich doch alle 20 Minuten auf die Toilette um mich zu übergeben. Sie fragte mich in einer SMS die gegen 4 Uhr kam, sprich 3 Std. vor Ihrem Feierabend, ob der Hund schon schläft. Ich meinte Ja, der schläft tief und fest. Sie schrieb dann, ob Ich nicht noch ein wenig an die frische Lust möchte um Sie abzuholen. Den Hund könnte Ich ja mitbringen. Ich willigte ein und bin nach Hause gelaufen. Der Automat lief nur teilweise gut und demnach war dies keine falsche Entscheidung. Als Ich die Wohnungstür öffnete, bemerkte Ich Zigarettengeruch und Licht in der Küche. Und wer stand dort in der Küche? Richtig, es war meine Freundin. Sie war gar nicht arbeiten, denn sie hatte frei. Entschloss sich aber kurzerhand zu mir zu fahren um mich aufzumuntern, weil es mir ja schlecht ging. Wir guckten uns an, und Sie nahm den Hund und verschwand. Ich schämte mich für meine Lügerei. Ich legte mich ins Bett und starrte die Decke an. Mir schossen Tränen ins Gesicht, aufgrund der Tatsache, weil Ich Sie belogen hatte. Liebte Ich doch diese Frau, die Ich nun eiskalt belog um am Automaten zu spielen.
Irgendwann schlief Ich ein. Ich wurde wach gegen Mittag und bemerkte, dass Sie noch immer nicht wieder da war. Der Hund aber auch nicht. Ich rief Sie, doch Sie drückte mich weg.
Zu Recht. Am Abend rief Sie dann auf dem Haustelefon an, und meinte, dass es besser sei wenn wir uns trennen. Ich legte regungslos auf. Und ja, Ich heulte. Wie sich das für einen richtigen Mann gehört. Sie schrieb 2 Std. später eine SMS in dem Sie darum bat, dass Ich keinerlei Mist bauen sollte und einfach mal nachdenken sollte, was Ich falsch gemacht habe.
Ich hatte ja eine Antwort parat, nur leider konnte Ich einfach nicht Telefonieren in diesem Moment. Ich bin irgendwann ins Bett und meldete mich erst am nächsten Tag telefonisch bei Ihr. Sie musste arbeiten und Ich sollte den Hund an der Bar abholen kommen. Ich fragte kleinlaut, ob Sie nach Feierabend zu mir kommt und bekam als Antwort ein saftiges „Nein“
Ich schrieb Ihr eine Mail, entschuldigte mich zig Mal für mein Fehlverhalten und die Lügerei. Es ist nicht meine Art, jemanden zu belügen. Weiterhin erklärte Ich Ihr aber auch das das Spielen am Automaten zur Sucht geworden ist. Es verging 1 Monat und Ich konnte Sie zurückerobern. Ich spielte in dieser Zeit nur gelegentlich. Waren doch meine Gedanken ganz woanders.
Ich meinte zu Ihr, dass Ich nicht einfach so aufhören kann mit dem Spielen. Wenn dann nur langsam. Ich spielte fortan auf den kleinsten Einsätzen, doch irgendwann gewann man wieder etwas mehr und man spielte wieder auf höherem Niveau.
Nach weiteren 2 Jahren und unendlichen Querelen trennten Wir uns endgültig. Es lag nicht nur am Zocken, dies möchte Ich hier extra betonen.
Da es absehbar war, dass Wir uns trennen, verkraftete Ich es ziemlich schnell. Ich war wieder im Tross des Spielens drin und ging wieder meinen eigenen Weg.
Bemerkte aber schnell, dass die Ausgaben die Ich tätigte ins unermessliche stiegen.
Die Auftragslage war in manchen Monaten enorm schlecht und man ging sogar an das ersparte Geld. Und man tat es wieder und wieder. Natürlich kamen auch wieder umsatzstarke Monate und das Geld floss in strömen. Nach der Einzahlung auf dem Sparkonto, konnte Ich problemlos weiterspielen und tat dies auch. Doch auch diese Monate gingen bald wieder vorbei. Der Jahreswechsel war geschafft und es kamen wieder die Monate, mit weniger Auftragslagen.
Ich schaffte es aber oftmals auf dem letzten Zentimeter, um dem Gesparten fernzubleiben.
Wie oft schwor Ich mir in jenem Moment aufzuhören mit dem Spielen. Wie oft hatte Ich schlechte Laune, nach dem die Automaten mit mir spielten, anstatt Ich an Ihnen.
Ich könnte ganze Lagerhallen damit tapezieren mit diesen Sätzen.
Nun, wo die neuen Updates auf den Automaten sind und Sie meiner Meinung nach weitaus weniger Gewinn ausschütten als damals. Nun wo Ich ein Gespräch mit einer Journalistin hatte, die u.a auch schon Herrn Gauselmann, dem König von den Merkur-Geräten, interviewte, und selbst ein totaler Laie auf diesem Gebiet ist. Nun wo die Automaten die in meiner Wohnung standen im Auktionshaus drin stehen, da setze Ich diesem ein Ende. Sämtliche Internetseiten die unter Favoriten gespeichert waren, sind gelöscht.
Ein Neuanfang wird gestartet. Den Sinn des Lebens zu finden, dass ist meine Aufgabe. Und dieser Sinn ist nicht das Automatenspielen.
Es wird gewiss keine leichte Zeit, denn die Automatensucht ist vergleichbar mit der Sucht eines alkoholkranken Menschen.
Ich hoffe dennoch und bin voll Zuversicht, dass Ich dies packen werde.
Liebe Grüße aus der Hauptstadt.
Euer Andi
» by admin on 02/23/2011