Retroartikel: TR 4.1

Spielverordnung vs. 4.1: Was ändert sich?

In der aktuellen Spielverordnung ist zum Spielerschutz vor Spielsucht die Anzahl von Geldspielgeräten pro Spielothek (12) und die Begrenzung des Einsatzes auf 20 Euro Cent innerhalb von 5 Sekunden festgeschrieben. Es dürfen lediglich maximal 80 Euro pro Stunde Verlust an einem Automaten erspielt werden. Es sind aber auch höhere Einsätze (zur Zeit 5 Euro an bestimmten Spielen) spielbar. Das wird mit der Umwandlung von 20 Cent pro 5 Sekunden zunächst in Punkte erreicht. Hat der Spieler dann einen Gewinn erreicht, wird dieser auch erst weider anschließend auf die “Punktebank” gebucht (auf die auch der Transfer von Geld in Punkten und zurück erfolgt). Von dort aus kann eine zeitlich ausgedehnte Rückbuchung auf den Geldspeicher (die Spielverordnung regelt, dass max. 500 Euro/Stunde gewonnen werden dürfen) getätigt werden. Erst vom Geldspeicher kann dann der Gewinn ausgezahlt werden. Innerhalb einer Stunde darf nur ein Betrag von 500 Euro ausbezahlt werden, wird dieser Betrag überschritten, setzen Spielautomaten (Multigamer wie Novoline, Novostar oder Merkur) zunächst die Umbuchung für eine halbe Stunde Pause aus. So kann also eine Auszahlung von tausender Beträgen mehere Stunden dauern. Zusätzlich ist in der aktuellen Spielverordnung eine Pause festgelegt: Nach einer Stunde Spielzeit müssen nun die Automaten jegliche Spielaktivität stoppen, alle Guthaben auszahlen, keine Einzahlung von Einsätzen mehr zulassen und das Spiel stoppen.

Praxistest: An bereits umgestellten Geldspielern erkennt man diese Funktion an einer roten, kleinen Uhr. Erste Tests an Novoline haben gezeigt, dass nach einer Stunde 5 Minuten Pause eingelegt werden, jedoch keine Guthaben ausgezahlt werden. Aktive Spieler benutzen in dieser Zeit andere Geräte, um die kurze Wartezeit zu überbrücken. Fazit: Dem Spielerschutz und Schutz vor Spielsucht bringt diese Neuerung rein gar nichts, so viel ist sicher.

Seit der neusten technischen Richtlinie 4.1 sind die Geräte nun so eingestellt, dass keine Gewinne mehr über 1000 Euro zugelassen sind. [Spielotheka.de]. In der Praxis wird der Betrag auf der Punktebank bei Überschreiten des Gegenwerts von 1000 Euro einfach gekappt, sehr zum Missfallen in der Spielerszene. Außerdem wurden die möglichen Großgewinne nun gekappt und in kleinere Beträge und sogenannten Actiongames – AG (bisher nur Österreich) gekappt. Mit der neuen Regelung sollten Aufsteller und Spieler gleichfalls nicht zufrieden sein. Weniger Gewinnmöglichkeit wird die Attraktivität der Spielhallen weiter senken und eine Abwanderung ins Internet verstärken.

» by admin on 11/22/2010

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