Wie hoch ist der tatsächliche Anteil der Spielsüchtigen?

Wir erinnern uns alle noch an seine letzte Aussage bei Sandra Maischberger: „Sollte nur ein Prozent meiner Einkünfte von kranken Menschen stammen, würde ich sofort aufhören!“ Paul Gauselmann ist neben Hersteller von Merkur Spielautomaten auch zugleich Vorsitzender der Automatenindustrie und Lobbyist sowie Parteispender der FDP – eben eine echte deutsche Ikone…

Doch irgendwie scheint er mit solchen Aussagen nicht nur bei Spielern auf pures Unverständniss zu stossen, nein auch die Betreiber von Spielhallen halten nun ganz offen dagegen. So zum Beispiel Nicole Lucas, sie ist Geschäftsführerin der Firma Finesse Event in Neugersdorf, die 21 Casinos in ganz Sachsen betreibt, darunter auch eins der größten in Zwickau, das “Cash Casino” an der Äußeren Dresdner Straße. Lucas schätzt den Anteil der Süchtigen unter ihren Gästen auf etwa 50 Prozent. “Aber die richtig Süchtigen”, sagt sie, “sehen wir eigentlich nur einmal im Monat. Die kommen, verspielen ihr ganzes Geld und gehen wieder.”, so ganz aktuell in der Freien Presse.

Letztere Zahlen klingen da auf jeden Fall schon vernünftiger, obwohl dies wahrscheinlich auch noch etwas geschönt dargestellt wurde. Laut unseren Schätzungen besteht der Anteil von Spielsüchtigen bei mehr als 80 Prozent aller Besucher in Spielhallen. Schaut man sich dort um, trifft man Monat für Monat immer die gleichen Leute mit durchaus ausgeprägtem Spielverhalten. Einmal im Monat trifft man die Hartz 4 Empfänger – nämlich zum Geldtag und dann meist nicht mehr. Dieses wichtige Geld zum Lebensunterhalt wurde dann bereits am ersten Tag verspielt. Der Rest der werktätigen Suchtspieler benötigt dann doch ein paar Tage länger…

» by admin on 02/21/2013