Guten Tag, stelle Dich doch mal bitte kurz vor!

Ich heiße Rene F., bin 29 Jahre alt und seit 4 Jahren im Geschäft als Spielhallenbesitzer. Gelernt habe ich ursprünglich mal Dreher/ Schleifer/ Fräser in der Metallbranche. Der Job war aber alles andere als lustig für mich, deshalb wurde ich auch 2004 von meinen damaligen Arbeitgeber entlassen. Ein Schritt für den ich Ihn heute noch dankbar bin.

Das heisst, Du bist über die Arbeitslosigkeit in die jetzige Tätigkeit als Spielotheken Besitzer gerutscht?

Ja genau. Ich war damals selber ab und zu in den lokalen Spielotheken, Spielhallen und Kasinos unterwegs. Ich habe manchmal auch nur dort gesessen und die Leute bei einem kostenlosen Kaffee, beim Spielen an den Novoline und anderen Spielautomaten beobachtet, unglaublich was dort an Geld über die Theken der Betreiber ging. Das kann ich doch auch, war meine erste Idee, und ich kümmerte mich zunächst um den ganzen Schreibkram, Anmeldungen usw.

Gab es für diese Selbständigkeit auch Unterstützung von den Arbeitsämtern?

Natürlich, obwohl ich zwar schon in dieses furchtbare Hartz 4 hinein gerutscht war, bekam ich trotzdem die ersten Monate ein gewisses Kleingeld von der Arge in meinen Hintern gesteckt. Das Geld hatte ich zwar eigentlich nie so richtig benötigt aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Vor ein paar Jahren gabs noch die Ich AG, da konnte man zum Start noch mehr abziehen. Aber auch heute gibt es noch Förderungen von den Ämtern. Wichtig immer erst was beantragen, dann loslegen. Hinterher gibts meistens nichts mehr.

Wieviel Spielotheken besitzt Du nun und was kann man dabei so unterm Strich verdienen?

Angefangen hatte ich natürlich nur mit einer Spielothek, wo ich selber im ersten Jahr noch recht oft selber drin gestanden habe. Aber schon nach dieser relativ kurzen Zeit konnte ich mir dann Personal leisten und ich hatte mehr Zeit mich um das Marketing und das Wachsen meiner Firma zu kümmern. Heute besitze ich 6 Spielotheken und kann mich über mein Einkommen nicht beklagen. Auch habe ich nun mehr Zeit für meine Familie und meine Hobbys, ich kann mir Sachen leisten, von denen ich als kleiner Junge nur geträumt hatte. Und das Wichtigste ist doch, dass mir die Arbeit Spaß macht. Ich habe auch niemals die Zeit in der Metallfabrik vergessen, wo ich in Schichten und Rollender Woche wie ein Sklave schuften mußte. Die armen Leute, die so etwas machen müssen, können einem Leid tun.

Zum Schluss noch eine Frage zum moralischen Aspekt, hast du keine Konflikte damit, den Leuten auf diese Art das Geld abzunehmen ?

Nein überhaupt nicht ! Ich biete Unterhaltung und Entspannung für gestresste Menschen an. Das ist eine Art von Dienstleistung, die überall bezahlt werden muss. Oft wird das Wort Abzockerei in den Mund genommen, das sehe ich aber nicht so. Die meisten Besucher einer Spielothek wissen im Vorfeld, dass es sich um ein Glücksspiel handelt wo nicht jeden Tag die Gewinne für die Spieler nur so purzeln. Der Gewinn ist aber auch nicht der Hauptgrund für die meisten Besucher einer Spielothek, die Leute möchten einfach nach der harten Arbeit etwas Ausgleich und Entspannung vom harten Alltagstress an den Geräten finden. Klar gibt es eine geringe Zahl, die Ihr Spielverhalten nicht unter Kontrolle haben aber das ist die Ausnahme. Und schaut man sich an, was jede Woche beim Lotto an Geldern an den Vater Staat geht, sind wir Aufsteller gewiss nur ganz kleine Lichter im Glücksspielgeschäft.

Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit Deiner Firma

» by admin on 10/09/2009