Glücksspiel in der DDR

Die Leute lassen sich das Glücksspiel nicht verbieten. Das mussten auch die Funktionäre in der ehemaligen DDR zur Kenntnis nehmen. Obwohl es im DDR Fernsehen offiziell nur das staatliche Tele Lotto (6 aus 49) gab, wurde aber auch sonst überall gespielt, was das Zeug hielt. Nun hatte sich der MDR auch mal wieder diesem Thema gewidmet: 

Gespielt wurde Roulette, Poker, die Würfelspiele „Die Goldene Sechs“ und „Grüne Wiese“ oder auch das Kartenspiel „Meine Tante, Deine Tante“. Man konnte viel Geld verdienen – aber auch verlieren. Glücksspiel war in der DDR zwar unerwünscht aber nicht verboten. Im Dezember 1968 verabschiedete die Volkskammer das neue DDR-Strafgesetzbuch. Hier wurde nun auch gesetzlich verankert, dass privates Glücksspiel nicht mehr explizit verboten war. Die Lücke im Gesetz sprach sich schnell herum. mdr.de

Video – Zocken in der DDR:

Ich kann mich damals persönlich noch ganz gut an die Goldene Sechs vor der Pferderennbahn in Leipzig erinnern. Das war ein Würfelspiel, was auf einer Art Bauchladen gespielt wurde. Da flogen die Scheine nur so durch die Kante. Ab und zu kam die Polizei vorbei, doch nach kurzer Pause ging es dann auch schon wieder weiter. Ansonsten wurde zu Hause und Kneipen bei uns immer hoch gepokert und 17 und 4 gespielt. Auch „Häufeln“ war hin und wieder in privaten Runden angesagt. Letzteres war meist tödlich, zumal ja oft Alkohol dazu kam. Da hatte man auch schon schnell mal tausend Ostmark bzw. später sein Auto oder Motorrad gesetzt. Echter Wahnsinn, wenn man sich daran zurück erinnert.  😆

Meist wurde aber ganz offiziell Skat und Ganze oder Halbe in der Stammkneipe um die Ecke gespielt. Auch das Bierlachs (Abwandlung von Skat) war ebenfalls sehr beliebt. Ansonsten ging es auch mit Max oder Schwindel-Max (beliebtes Würfelspiel) um Geld oder eben nur die nächste Bierrunde. Langweilig war es zumindest niemals.